Wir beschränken uns mit den in Europa üblichen Ladesteckern für E-Auto. Der japanische Stecker CHAdeMO wird nicht betrachtet, da uns dazu keine Erfahrungen vorliegen.
Es wird ein Adapter-Kabel benötigt. Die eine Seite (Schuko-Stecker) passt in eine Standard Steckdose, die andere Seite ins E-Auto ( Type2 Stecker). Dazwischen hängt eine kleine Steuerbox. Dieses Adapter-Kabel wird oft beim Autokauf mitgeliefert und wird teilweise als Not-Ladekabel bezeichnet, da damit das Laden an jedem Haus möglich wird. Selbst andere E-Auto haben teilweise eine Schuko-Steckdose (nur wenn das KFZ V2L kann) und können somit aushelfen, falls man fernab von Häusern ohne Strom liegenbleiben sollte.
An einer Schuko-Steckdose liegt eine Spannung von 230 Volt an - und sie kann maximal 16 Ampere Strom liefern, sofern die Steckdose mit 16 A abgesichert ist.
=> Das Laden ist somit mit maximal 3,7 kW möglich (230V * 16A), aber hiervon muss massiv abgeraten werden, da Schuko-Steckverbindungen nicht für einen Strom von 16A über längere Zeit vorgesehen sind. Hier besteht Brandgefahr durch Überhitzung ! Aus diesem Grund kann bei vielen Adapter-Kabel an der Steuerbox eine kleinere Stromstärke eingestellt werden.
Die minimale Stromstärke zum Laden beträgt 6A => 1,4 kW. Um einen 70 kWh Akku damit komplett zu laden benötigt man 50 Stunden Zeit (70 / 1,4)
Wir nutzen den Adapter mit maximal 10 A => 2,3 kW (aber ohne Zwischenstecker / Mehrfachstecker).
Einige wenige Campingplätze erlauben explizit das Laden auf dem Stellplatz (um die E-Mobilität zu fördern, oder als Werbung), aber die große Mehrzahl verbietet das Laden auf dem Stellplatz und daran halten wir uns aus Gründen der Fährnis auch.
Jedes E-Auto hat ein AC-Ladekabel dabei. Der Type2 Stecker passt nur in eine AC-Ladesäule. An einigen wenigen AC-Ladesäulen ist auch ein Ladekabel fest angeschlossen, welches direkt ins E-Auto gesteckt werden kann. Dadurch spart man sich natürlich das "Hervorkramen" des eigenen Ladekabels. Die AC-Ladesäule an Wohnhäusern wird auch als Wallbox bezeichnet (gibt es ebenfalls mit und ohne Ladekabel).
Üblicherweise liefert eine AC-Ladesäule an 3 Phasen 230V Strom.
Bei minimal 6A Ladestrom sind das dann mindestens 4,1 kW (3*230*6).
Bei 16A Ladestrom ergibt sich eine Ladeleistung von 11 kW. Den 70 kWh-Akku kann man somit in ca. 6,5h komplett aufladen.
Bei 32A Ladestrom ergibt sich eine Ladeleistung von 22 kW, aber viele E-Auto können maximal 11 kW entgegennehmen. Man kann aber nichts kaputt machen. Jedes E-Auto "unterhält" sich mit der Ladesäule und dann "spukt" die 22 kW Ladesäule halt nur 11 kW aus.
An öffentlichen AC-Ladesäulen hat man selbst keinen Einfluss darauf, mit welcher Ladeleistung das E-Auto geladen wird. Bei vielen privaten Wallboxen kann die Ladeleistung eingestellt werden. In Verbindung mit PV-Anlagen oftmals sogar automatisch gekoppelt (wird von der PV mehr Strom erzeugt, als im Haus verbraucht wird, so wird dieser nicht verkauft, sondern über die Wallbox zum Laden des KFZ verwendet = Überschuss-Laden).
Immer mehr Campingplätze bieten inzwischen eine Wallbox an (in Kroatien zum Teil sogar kostenfrei). Für Urlauber mit E-Auto ist das natürlich ideal, da dadurch die Weiterfahrt mit einem zu 100% geladenen Akku erfolgen kann.
An DC-Ladesäulen hängt mindestens ein dickes, kurzes Ladekabel, mit einem großen CCS-Stecker. Am E-Auto muss vor dem Einstecken oft noch eine zusätzliche Schutzkappe unterhalb der AC-Ladebuchse entfernt werden. Einige kleine E-Autos besitzen erst gar keine CCS-Ladebuchse.
An den DC-Ladesäulen wird meist die maximal mögliche Ladeleistung angegeben (z.B.: 30 kW, 50 kW, 100 kW, usw.). Teilweise reduziert sich die maximale Ladeleistung, sobald 2 E-Autos an einer Säule geladen werden.
Generell variiert der Ladestrom während des Ladevorganges (das E-Auto und die Säule "unterhalten" sich ständig). Bei einem geringen Ladestand des Akkus wird mit höherer Ladeleistung geladen. Ab ca. 80% Akku-Stand wird die Ladeleistung der E-Auto oft deutlich weniger. Auch eine niedrige Außentemperatur verringert die Ladeleistung.
Jedes E-Auto hat eine maximale Ladeleistung (siehe Prospekt). Kann die Säule mehr, so bringt das keinen zusätzlichen Vorteil. Kann die Säule weniger, dann verlängert sich dadurch die Ladezeit.
Einige E-Auto verkraften auch sehr hohe Ladeströme (unser KIA EV6 z.B.: maximal 249 kW). Das verkürzt die Ladezeit enorm, wenn die Säule dann auch 250 kW Leistung liefern kann. Solche Schnell-Ladesäulen werden auch als HPC-Lader (High Power Charger) bezeichnet. Unser KIA EV6 lädt dann den Akku von 10% auf 80% Ladestand in nur 18 Minuten (bei idealen Temperaturen - und wenn der Akku vor dem Laden auf das Schnell-Laden vorbereitet wird (vorkonditioniert).
Leider kann es auch vorkommen, dass die Ladesäule nur weniger Ladeleistung ans KFZ abgibt, als angegeben ist. Bei Tesla-Supercharger-Säulen, die oft mit 250 kW oder mehr angegeben sind, hat unser KIA noch nie mehr als 97 kW Ladeleistung erreicht.
Zu beachten sind auch die teilweise recht kurzen, dicken, unflexiblen Ladekabel, die es oft erfordern, möglichst nahe mit der Ladeklappe vor der Säule zu parken. Besonders Tesla-Ladesäulen fallen hier mit extrem kurzen Ladekabeln negativ auf.
Auf Campingplätzen haben wir noch keine Schnell-Ladesäule gesehen - macht aber auch wenig Sinn, denn über Nacht wird das E-Auto auch an einer AC-Säule voll.
Bei einer kostenfreien Ladesäule (egal ob Schuko, AC oder DC) genügt meist das Einstecken des Ladekabels - und das Laden startet selbständig. Einfacher geht es nicht !
Bei einer kostenpflichtigen Ladesäule gibt es diverse Möglichkeiten, das Aufladen zu starten.
Während des Aufladens verriegelt das E-Auto (und auch ggf. die Ladesäule) den Lade-Stecker, so dass das Laden nicht durch einfaches Herausziehen des Steckers beendet werden kann. Dies ist auch sinnvoll, da es wegen der teilweise sehr hohen Ladeströme sonst zu Funkenflug und damit Beschädigung des Steckers kommen würde. Zum Beenden des Ladevorganges gibt es diverse Möglichkeiten:
Die Lade-Kosten bei E-Auto sind extrem unterschiedlich und wird je kWh abgerechnet. Es beginnt bei 0,00 € je kWh bei kostenfreien Ladesäulen und endet aktuell jenseits der 1,00 € je kWh. Oft ist AC-Laden preiswerter als DC-Laden. Bei manchen Anbietern (besonders bei Tesla) ist der Preis abhängig von der Tageszeit. Fast alle Ladesäulen-Anbieter bieten zudem verschiedene Abo-Preise an (monatliche Grundgebühr, aber dafür ein Rabatt auf jede geladene kWh). Im Bild oben ein Beispiel einer Ladesäule einer Tankstelle in Eibiswald in der Steiermark/Österreich. Wird dort per Kreditkarte bezahlt, kostet die kWh bei AC 0,49€, bei DC 0,89€ (zum Zeitpunkt, als wir die Säule fotografiert haben, im Jahr davor waren es andere Preise). Lässt man sich an der Tankstelle eine Eybel-Ladekarte ausstellen (kostenlos, aber ein paar Tage Bearbeitungszeit) bezahlt man ohne monatliche Grundgebühr bei AC nur 0,39€ und DC 0,69€ je kWh (mehr als 20% gespart). Hält man die Ladekarte eines kooperierenden Ladekarten-Anbieters an die Säule (z.B.: EnBw), so bezahlt man aktuell 0,79€ je kWh, unabhängig davon, ob mit AC oder DC geladen wird. Mit der Ladekarte von EWE Go kostet die kWh dort aktuell 0,62€.
Teilweise wird statt der geladenen kWh, einfach die Ladezeit berechnet (z.B.: aktuell bei Tesla in Österreich).
Nach dem Laden sollte man die Ladesäule möglichst zügig verlassen (das ist fair gegenüber anderen Autofahrern). Zudem berechnen einige Ladesäulenbetreiber Gebühren für das Blockieren einer Säule, ohne dort zu Laden (auch nach dem Laden).
Wir empfehlen das Mitführen von mehreren Ladekarten, unterschiedlicher Anbieter, da dies einfacher und oft preiswerter ist, als vor Ort per Kreditkarte zu bezahlen.
Vor längeren Fahrten und besonders bei Auslandsfahrten empfiehlt sich vorab eine Lade-Planung. Dadurch kann meist eine Menge Geld beim Laden gespart werden.
Peter Erhard
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